Autor des Monats - Edition Ecrilis

Suchen
Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Autor des Monats

Autoren

Autor des Monats: Natascha Wahl

Mit dem romantischen Thriller "Laterne im Schneesturm" liefert die Autorin Natascha Wahl ihr Romandebüt in unserem Hause ab.

Das Interview

Ecrilis: Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Natascha Wahl: Ich glaube den Grundstein dafür hat mein Vater gelegt, indem er mir als kleines Mädchen, vor dem Einschlafen, selbsterfundene Gute-Nacht-Geschichten erzählt hat.
Vielleicht waren es auch die unzähligen Bücher, die ich selbst in meiner Kindheit gelesen habe, die mir bewusst gemacht haben, wie weit die Fantasie einen tragen kann …  
Erste Schreiberfahrungen habe ich als Teenager gesammelt, indem ich mich als Dichterin versucht habe. Lach … und so ein nicht verstandener, nach-dem Sinn-des-Lebens-suchender Teenager Geist, bringt eine Menge pathetischer Poesie hervor.
Danach habe ich mich aufs „Songwriting“ verlegt, dessen Endergebnis nach wie vor im Netz zu hören ist.  
Rückblickend muss ich sagen, dass eigentlich immer Fragmente von Geschichten in meinen Kopf herumspukt haben, bis dieser zu voll wurde und ich ein halbes Jahr später, nach der Geburt meines Sohnes mit 24 Jahren begann, meinen ersten Roman zu schreiben.

Ecrilis: Was sind Ihre literarischen Vorbilder?
N.W.: Vorbilder in dem Sinne habe ich keine, da jeder Schreibstil für sich individuell und einzigartig ist. Beeinflusst bzw. geprägt haben mich nichtsdestotrotz Gaby Hauptmann und Jane Austen.
Bei beiden Autorinnen gefällt mir ihr ungewöhnliches Auge für Details und die Gründlichkeit mit denen sie die Szenen skizzieren. Bei Jane Austen kommt noch die Schönheit der Sprache hinzu.  

Ecrilis:
Was wäre Ihr größter Wunsch als Autor?
N.W.: Das meine Leser sich auf vielfältige Art und Weise in meinen Geschichten wiederfinden. Dass sie davon berührt werden. Das sie am Ende etwas mitnehmen: Ein Gefühl, ein Wunsch,  eine Erkenntnis.

Ecrilis: Welche Tipps würden Sie Jungautoren mit auf den Weg geben?
N.W.: Oh weh,… bin doch selbst noch ein Jungautor. Aber ich denke das Wichtigste ist, (auch wenn es klischeehaft klingt): An sich selbst zu glauben. Und was noch viel wichtiger ist: Trotzdem kritikfähig zu sein und auch zu bleiben. Sich von Zeit zu Zeit, selbst zu hinterfragen: Bin ich authentisch oder versuche ich einzig den Geschmack der Leute oder den des Zeitgeists zu treffen? Die Geschichte in Deinem Kopf will trend-unabhängig erzählt werden: Ob es sich dabei um Cowboys oder um Vampire handelt …solange sie aus Deiner Welt der Fantasie stammt, ist sie etwas Besonders.

Ecrilis: Wovon lassen Sie sich für Ihre Geschichten inspirieren?
N.W.: Meine Geschichten entstehen aus Emotionen. Aus Sehnsüchten, sowie meinen Hunger nach Abenteuern, Lebensweisen und fremde Situationen, in die ich mich in meinem realen Leben nie begeben, danach handeln oder gar erleben würde. In meiner Fantasie kann ich alles sein. Alles ist möglich. Es gibt keine Grenzen. Genau das treibt mich an und inspiriert mich !

Ecrilis: Welches Buch ist Ihr persönliches Lieblingsbuch?

N.W.: Shiwas Perlen von Harriet Graham.  Ein Kinderbuch, welches ich seit meinem 7. Lebensjahr besitze und auf dessen erster Seite immer noch in krakeliger Kinderhandschrift mein Name steht.
Das Buch selbst ist so spannend und atmosphärisch geschrieben, dass ich es beinahe als Thriller für Kinder bezeichnen würde. Ich jedenfalls lese es auch heute noch unverändert gerne.

Ecrilis: Angenommen, Ihr Roman würde verfilmt werden: Welche Besetzung und/oder welcher Regisseur würde Ihrer Meinung nach Ihr Werk am besten umsetzen?

N.W.: Ich würde auf jeden Fall eine weibliche Regisseurin wie Sofia Coppola (Lost in Translation) oder Patty Jenskins (Monster) engagieren wollen. Einfach weil ich denke, dass diese den Stoff besser umsetzen könnten. Sexistisch, ich weiß.
Ich habe in meinem Roman äußerst drauf geachtet, dass man außer ein paar Eckdaten wie Alter, Haar und Augenfarbe, keine genauen Beschreibungen zu dem Aussehen meiner Protagonisten bekommt. Ich wollte, dass man sich auf die Charaktere konzentriert und sich nicht durch klischeehafte Schilderungen wie: muskulös, schlank, Stupsnase, volle Lippen, oder derart andere alberne Bezeichnungen ablenken lässt.
Doch könnte ich es mir persönlich aussuchen: Würde ich eine ungebotoxte Nicole Kidman und James van der Beck als Julie & Spencer nehmen.  

Ecrilis:
Schreiben Sie bereits an einem neuen Roman? Wenn ja, können oder möchten Sie schon etwas darüber erzählen?

N.W.: Aktuell arbeite ich an einem Krimi mit „Romantic Suspense" Elementen, namens „Mörder Unser.“
Da ich das Extreme liebe, handelt dieser Roman von einem Pastor, der sich in eine Prostituierte verliebt. Das ganze spielt einem norddeutschen 800 Seelen Dorf, dessen Bewohner so akkurat und tadellos wie aus einer Reklame zu sein scheinen. Bis zu dem Tag an dem eine brutale Mordserie den Ort erschüttert. Die männlichen Bewohner werden nach und nach tot mit einem Fleischermesser in der Brust aufgefunden, während die Einwohner allmählich ihr wahres Gesicht zeigen. Und auch der Pastor muss vor seiner Gemeinde zugeben, dass er bei Weitem nicht so fromm ist, wie alle bisher geglaubt haben.

Ecrilis: Wie gehen Sie mit einer Schreibblockade um?
N.W.: Wenn diese mich packt, stelle ich mir einfach vor, dass meine Figuren wie in „Täglich grüßt das Murmeltier“ in einer Szene gefangen sind und diese täglich wieder und wieder erleben müssen, bis ich sie erlöse und weiter schreibe. Zuerst kümmert es mich nicht, doch nach spätestens einer Woche bekomme ich Mitleid und habe dann auch wieder genug Motivation um weiterzuschreiben.

Ecrilis: Was ist für Sie für ein gutes Buch besonders wichtig?
N.W.: Ich mag es, wenn Bücher Atmosphäre besitzen. Wenn der Autor die Stimmung, das Wetter, oder die Umgebung so gut darstellen kann, dass ich den Schnee riechen, den Wind ächzen, die Küsse schmecken und die Angst fühlen kann.
Des Weiteren gefällt es mir, wenn Figuren Tiefe besitzen, Ecken und Kanten, sowie eine Vergangenheit.

 
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü