Schwab, Zsòka - Edition Ecrilis

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Schwab, Zsòka

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Intelligenter Humor, ein wunderbarer Scheibstil und ein völlig natürliches Auftreten zeichnen die ungarische Autorin Zsòka Schwab in erster Linie aus. Es macht richtig Spaß, ihren in leichter Feder und in exzellenter Sprache vorgetragenen Schilderungen zu folgen. Ihr Erstlingswerk "Brücke aus Glas" steht folglich bei uns im Hause ganz hoch in der Gunst. Grund genug, uns auch einmal ein wenig näher mit der Person Zsòka Schwab zu beschäftigen.

Das Interview

Ecrilis: Wie sind Sie zum Schreiben gekommen?
Zsòka Schwab: Ich hab mich schon in der Grundschule riesig gefreut, wenn meine Lehrerin uns als Hausaufgabe Geschichten schreiben aufgab. Dabei hatte ich oft Ideen, die mich selbst überraschten, weil ich ohne das Schreiben nie auf sie gekommen wäre. Es hat mich fasziniert, dass da offenbar eine unbekannte Informationsquelle in mir verborgen war, zu der ich nun einen Schlüssel besaß. Mit elf Jahren habe ich angefangen, aus eigenem Antrieb kleine Geschichten über meine beiden Meerschweinchen zu schreiben. Zwei Jahre später versuchte ich mich zum ersten Mal an einem zusammenhängenden Roman – und das Gefühl, dabei aus dem Nichts eine eigene kleine Welt zu erschaffen, war einfach unbeschreiblich schön! Davon bin ich nie wieder losgekommen.

Ecrilis: Was sind Ihre literarischen Vorbilder?
Z. S.: Einen speziellen Autor, dem ich nacheifere, habe ich gar nicht, jedenfalls ist es mir nicht bewusst. Ich habe mich eigentlich immer bemüht, meinen eigenen Stil zu finden und ihm treu zu bleiben – wobei man sich äußeren Einflüssen natürlich nie ganz entziehen kann, selbst wenn man möchte.
Ich habe zum Beispiel eine etwas lästige und immer wieder durchbrechende Neigung zu altmodischen Redewendungen, weil ich schon immer gerne Romane gelesen habe, die im 18. und 19. Jahrhundert geschrieben wurden oder zu dieser Zeit spielen. Gleichzeitig benutze ich mit großer Begeisterung die heutige Umgangssprache, was mitunter eine etwas seltsame Mischung ergibt.

Ecrilis: Was wäre Ihr größter Wunsch als Autor?
Z. S.: Mein größter Wunsch wäre, dass meine Geschichten die Leser berühren, zum Nachdenken anregen und ein bisschen glücklicher machen. Menschen haben unendlich viele individuelle Interessen und Ansichten, trotzdem gibt es bestimmte Sorgen und Nöte, an denen wir alle (oder zumindest sehr viele von uns) knabbern. Ich fände es schön, wenn meine Geschichten den Menschen das Gefühl vermitteln könnten, mit ihren Unzulänglichkeiten und Problemen nicht allein zu sein.

Ecrilis: Welche Tipps würden Sie Jungautoren mit auf den Weg geben?
Z. S.: Also ich bin ja jetzt selbst nicht gerade ein alter Hase im Schreibgeschäft. Allerdings habe ich mit dem Tagebuch-Führen sehr gute Erfahrungen gemacht: Wenn man seine Erlebnisse, Gedanken und Gefühle über mehrere Jahre regelmäßig aufschreibt – und zwar nicht in Berichtsform, sondern wie eine Geschichte, die man sich selbst erzählt – ist das eine prima Übung.

Ecrilis: Wovon lassen Sie sich für Ihre Geschichten inspirieren?
Z. S.: Manchmal zerbreche ich mir den Kopf über ein Problem und merke plötzlich, dass man daraus eine gute Geschichte machen könnte. Oder ich höre eine Musik, die mich berührt, und auf einmal ist da ein neuer Charakter in meinem Kopf und bettelt mich regelrecht an, ihn etwas Interessantes erleben zu lassen. Ansonsten suche ich meinen Stoff (wie wohl die meisten Autoren) in erster Linie in Bereichen, mit denen ich selbst auf irgendeine Weise in Berührung gekommen bin. Da kenne ich mich einfach am besten aus.

Ecrilis: Welches Buch ist Ihr persönliches Lieblingsbuch?
Z. S.: Oh, da gibt es mehrere. Spontan einfallen würden mir „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen, „Feuer und Schierling“ von Diana Wynne Jones und „Fürst der Wölfe“ von Garry D. Kilworth.

Ecrilis: Angenommen, Ihr Roman würde verfilmt werden: Welche Besetzung und/oder welcher Regisseur würde Ihrer Meinung nach Ihr Werk am besten umsetzen?
Z. S.: Puh, gute Frage … ich glaube, ich assoziiere die meisten Schauspieler schon zu fest mit anderen Filmen und Geschichten, deshalb fällt es mir schwer, jemanden für meine eigenen Charaktere herauszupicken.

Ecrilis: Schreiben Sie bereits an einem neuen Roman? Wenn ja, können oder möchten Sie schon etwas darüber erzählen?
Z. S.: Ich habe eine Menge Ideen im Kopf, darunter auch Geschichten mit Science-Fiction- und Fantasy-Elementen. Diese Genres sind für mich absolutes Neuland, aber das macht es gerade so interessant. Allerdings muss ich die Angelegenheit noch etwas in mir köcheln lassen, bevor ich richtig loslegen kann.

Ecrilis: Wie gehen Sie mit einer Schreibblockade um?
Z. S.: Heft zu, Computer aus, Abstand suchen: Meist hilft es schon, wenn ich ein wenig spazieren gehe oder mich mit Freunden treffe. Musik machen tut mir ebenfalls sehr gut – am besten abschalten kann ich beim Klavier spielen.

Ecrilis: Was ist für Sie für ein gutes Buch besonders wichtig?
Z. S.: Eine richtig gute Geschichte ist so fesselnd, dass man regelrecht an den Seiten klebt. Gleichzeitig enthält sie – meist etwas versteckt – mindestens einen originellen, tiefen Gedanken, der noch jahrelang im Gedächtnis bleibt. Wenn ich mich dann noch in die Charaktere verliebe und beim Lesen hin und wieder schmunzeln oder sogar laut lachen muss, ist es perfekt.

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